Werden Schüler und Studierende gefragt, unter welchen Bedingungen sie motiviert und mit Spass lernen, verstehen und behalten, dann antworten sie häufig mit "bei interessanten Themen bzw. Stoffen".
Leichter Erwartungsstress, Neugier und eine hohe Erwartungshaltung sind da die Folgen. Wissen wird dann verankert und ins Langzeitgedächnis aufgenommen. Dieser Bedeutung bewußt hat Holland ein Testverfahren zur Interessensorientierung entwickelt. Was für den Unterricht gilt, gilt auch für den beruflichen Alltag.

Persönlichkeitsorientierungen nach Holland (1973, 1985a, 1997)
Holland formuliert sechs Annahmen, die sich auf interessensbezogene Beschreibung von Personen und deren Umwelten sowie Wechselwirkungen beziehen. Mit Unterstützung dieses „Theoriemodells“ können schulisch- berufliche Interessen systematisch erfasst und handlungsbezogen umgesetzt werden. Mit anderen Worten: Suchen Sie sich Ihren Traumberuf nach Ihren persönlichen Interessen
(1) „Praktisch-technische Orientierung“ (R — realistic)
Personen dieses Typs bevorzugen Tätigkeiten, die Kraft, Koordination und Handgeschicklichkeit erfordern und zu konkreten, sichtbaren Ergebnissen führen. Sie weisen Fähigkeiten und Fertigkeiten vor allem im mechanischen, technischen, elektrotechnischen und landwirtschaftlichen Bereich auf, während sie erzieherische oder soziale Aktivitäten eher ablehnen.
(2) „Intellektuell-forschende Orientierung“ (I— investigative)
Personen dieses Typs bevorzugen Aktivitäten, bei denen die Auseinandersetzung mit physischen, biologischen oder kulturellen Phänomenen mithilfe systematischer Beobachtung und Forschung im Mittelpunkt steht. Sie weisen Fähigkeiten und Fertigkeiten vor allem im mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich auf.
(3) „Künstlerisch-sprachliche Orientierung“ (A — artistic)
Personen dieses Typs bevorzugen offene, unstrukturierte Aktivitäten, die eine künstlerische Selbstdarstellung oder die Schaffung kreativer Produkte ermöglichen. Ihre Fähigkeiten liegen vor allem im Bereich von Sprache, Kunst, Musik, Schauspiel und Schriftstellerei.
(4) „Soziale Orientierung“ (S — social)
Personen dieses Typs bevorzugen Tätigkeiten, bei denen sie sich mit anderen in Form von Unterrichten, Lehren, Ausbilden, Versorgen oder Pflegen befassen können. Ihre Stärken liegen im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen.
(5) „Unternehmerische Orientierung“ (E — enterprising)
Personen dieses Typs bevorzugen Tätigkeiten und Situationen, bei denen sie andere mithilfe der Sprache oder anderer Mittel beeinflussen, zu etwas bringen, führen, auch manipulieren können. Ihre Stärken liegen im Bereich der Führungs- und Überzeugungsqualität.
(6) „Konventionelle Orientierung“ (C — conventional)
Personen dieses Typs bevorzugen Tätigkeiten, bei denen der strukturierte und regelhafte Umgang mit Daten im Vordergrund steht, z. B. Aufzeichnungen führen, Daten speichern, Dokumentationen führen, mit Büromaschinen arbeiten u. Ä. (ordnend-verwaltende Tätigkeiten). Ihre Stärken liegen im Bereich rechnerischer und geschäftlicher Fähigkeiten.
Quelle: AIST-R Christian Bergmann, Ferdinand Eder, Beltz Test, Best. Nr. 0414803
vergl. auch: Persönlichkeit und Berufstätigkeit Theorie und Instrumente von John Holland im deutschsprachigen Raum, ISBN 3865377130
vergl. auch: Laufbahn- und Berufsorientierungstests: „Explorix“ , AIST-R und Bochumer Inventar
weitere Projekte über den Bildungsserver NRW, sowie Bundesministerium für Arbeit und Soziales
